Miriam Boyer (2019): Alternativen zum Extraktivismus oder alternative Extraktivismen?

by AdminBioMat

Abstract: Extraktivismus und das mit ihm verbundene Wirtschaftsmodell, besonders in den Staaten Lateinamerikas, war von Beginn an Thema der Arbeit der Kollegforscher_innengruppe Postwachstumsgesellschaften. Ein Entwicklungsmodell, das seit einigen Jahrzehnten wieder verstärkt auf Rohstoffabbau und -export setzt, bot Anlass für eine Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Wachstumsstrategien und -modellen im Globalen Süden. Der vorliegende Band, herausgegeben von Martín Ramírez und Stefan Schmalz, nimmt diese oft als »Neoextraktivismus« bezeichnete Entwicklung nach dem »Linksruck« in Lateinamerika genauer in den Blick und beleuchtet die Spannungen, Widersprüche und Widerstände entsprechender Strategien. Anschaulich analysieren die Autorinnen und Autorendes Bandes die Auswirkungen unterschiedlicher extraktivistischer Wirtschaftszweige wie Bergbau, Wasser- und Forstwirtschaft, Erdölgewinnung und monokulturelles Agrobusiness in verschiedenen südamerikanischen Ländern. Sie zeichnen die Konflikte, die in den betroffenen Regionen entstehen, präzise nach. Darüber hinaus widmen sich die Beitragenden be- und entstehenden oder bisher nur imaginierten Alternativen zum Extraktivismus. Auf diese Weise öffnen sie Denkhorizonte für postextraktivistische Produktions- und Lebensweisen.

Citation: Miriam Boyer (2019): Alternativen zum Extraktivismus oder alternative Extraktivismen? »Grüne« Strategien und der Streit um die Kontrolle natürlicher Ressourcen, in: Martín Ramírez, Stefan Schmalz (Hrsg.) Extraktivismus – Lateinamerika nach dem Ende des Rohstoffbooms. Oekom Verlag, S.177-192.

[Bildquelle: © oekom]